Reine Nervensache

Ein Selbstverteidigungs-Lehrgang, der mit einer Entschuldigung beginnt? Das ist zumindest ungewöhnlich.

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Frank Carmichael (5. Dan Wado-Ryu Karate, 1. Dan Aikido 1. Dan Kyusho Jitsu) ließ die 43 Teilnehmer, die sich eingeladen von der Ju Jutsu Sparte des TSV Winsen, am Samstag, den 10.03.2018 in der Mehrzweckhalle der Sportanlage am Jahnplatz zu einem Kuysho Lehrgang einfanden, erst einmal gemeinsam ein „I am sorry“ einüben und mahnte, dass es aber auch wirklich ehrlich gemeint sein müsse.

Erst dann begann er begleitet von einer mit blauen Meridianlinien, grünen und orangenen Punkten übersäten Schaufensterpuppe über Vital- und Nervendruckpunkte am menschlichen Körper zu sprechen.

Kyusho, die Kunst der Vitalpunkte, könne in der Selbstverteidigung ein Meinungsverstärker sein, mit dem man mit minimalem Aufwand einen Augenblick Zeit gewinnen könne, um dann im Anschluss zum Beispiel mit einer Ju Jutsu Technik weiter vorzugehen.

Beginnend mit dem kleinen Finger, über die Hand, den Arm, Hals, Kopf, Rumpf und schließlich die Beine konnten die Teilnehmer in mehr als 3 Stunden in praktischen Übungen mit wechselnden Partnern selbst ausprobieren welche Wirkungen, das Drücken oder Schlagen auf Nervendruckpunkte, mit Bezeichnungen wie „Milz 17“ oder „Herz 6“ haben können.IMG 0077

Hierbei kam der Humor nicht zu kurz. Carmichael zeigte mit dem „Toys R Us-Griff“ eine Möglichkeit wie man sogar mit zwei Spielzeugbegeisterten gleichzeitig in kürzester Zeit durch einen Spielwarengroßmarkt kommen kann, ohne einen Euro ausgeben zu müssen oder wie man sein nach langer Wartezeit mühsam auf dem Jahrmarkt erworbenes Bier wirksam gegen andere durstige Kehlen verteidigen kann.

Am Schluss der Veranstaltung sprachen sich alle Teilnehmer noch einmal im Chor ein natürlich ernstgemeintes „I am sorry“ aus und Carmichael vergaß zu Recht nicht die Leistungen seines Vorführpartners hervorzuheben: „Das Wichtigste ist ein guter Uke“.

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Fotos vom Lehrgang findet ihr hier

Olav Bahlmann